Das Projekt „Rest in Resistance“ hatte in 2025 das Ziel, Aktivist*innen in herausfordernden politischen Zeiten durch Räume für Regeneration, emotionale Stabilisierung und solidarische Vernetzung zu unterstützen.
Dabei stand die Verbindung von individueller Fürsorge, kollektiver Widerstandskraft und politischer Praxis im Mittelpunkt.
Rückzugs- und Regenerationsangebote
Im Laufe des Jahres konnten 19 Aktivist*innen Einzelretreats im Haus in der Blume wahrnehmen. Diese Aufenthalte boten Raum für Erholung, Reflexion und Stabilisierung – insbesondere für Menschen, die durch intensive politische Arbeit stark belastet waren. Die Retreats wurden bewusst niedrigschwellig und bedarfsorientiert gestaltet und als wichtiger Baustein nachhaltigen Aktivismus’ angenommen.
Trainings und Workshops
In Kooperation mit dem RAZ e.V. fand ein Gefängnistraining mit 16 Aktivist*innen statt. Ziel war es, Menschen auf mögliche Repressionssituationen vorzubereiten und sie emotional wie praktisch zu stärken.
Darüber hinaus wurden mehrere Workshops umgesetzt:
• Der Workshop „Reguliere dein Nervensystem, um das System zu nerven“ fand im Sommer 25 auf dem Rübezahl Festival bei Nürnberg statt und verband politische Bildung mit somatischer Praxis. Der Festivalaufenthalt diente zugleich als kleiner Teamausflug und stärkte die interne Projektbindung.
• Im Frühjahr 25 leitete das Projekt den Workshop „Zuhören als politische Praxis“ im Rahmen der Widerstandswelle der Neuen Generation in Berlin. Der Fokus lag auf kollektiven Zuhör- und Beziehungsfähigkeiten als Grundlage wirksamer politischer Organisierung.
Vernetzung und Bewegungspflege
Ein zentraler Schwerpunkt lag in diesem Jahr auf Vernetzungsarbeit:
• Es fanden zwei deutschlandweite Vernetzungscalls mit jeweils ca. 15 Teilnehmenden aus rund 10 Projekten und Organisationen statt, die im Feld des regenerativen Aktivismus arbeiten. Die Calls dienten dem Erfahrungsaustausch, der gegenseitigen Unterstützung und der langfristigen Bewegungspflege.
• Zudem nahm das Projekt an einem Vernetzungstreffen linker ländlicher Projekte in Greene teil, gemeinsam mit Initiativen aus dem Raum Kassel – Göttingen – Harz.
Solidarische Unterstützung
Neben den geplanten Angeboten leistete das Projekt emotionalen Support für das Projekt „Utopisches Salzderhelden“ in einer akuten Krisenphase. Diese Begleitung umfasste vor allem Zuhören, Stabilisierung und solidarische Präsenz und wurde als wichtiger Ausdruck gelebter Bewegungssolidarität verstanden.
Finanzen
Im Berichtszeitraum erhielt das Projekt insgesamt 10.000 € an Spenden. Diese Mittel ermöglichten vor allem die Durchführung der Retreats.
Ausblick
„Rest in Resistance“ hat sich im vergangenen Jahr als wichtiger Ort für Regeneration, Beziehungsarbeit und politische Resilienz etabliert. Der wachsende Bedarf an solchen Räumen bestätigt die Relevanz des Projekts. Für das kommende Jahr strebt das Team an, die Angebote weiter zu verstetigen, die Vernetzungsarbeit auszubauen und noch mehr Aktivist*innen in nachhaltiger Widerstandsfähigkeit zu unterstützen.